jumpToMain
© dpa
dpa

05.11.2026

GdP: Polizei kann Sicherheitsdienste
in Unterkünften
nicht ersetzen

Pressemitteilung

Düsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagiert irritiert auf einen Zeitungsbericht, wonach NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) uniformierte Polizisten in Asylunterkünften einsetzen will. „Die Polizei kann und muss bei Straftaten und konkreten Gefahren handeln. Sie darf aber nicht zum Ersatz für die Sicherheitsdienste in den Unterkünften werden“, mahnt GdP-Landesvorsitzender Patrick Schlüter.

In dem aktuell veröffentlichten Interview mit Journalisten der Wochenzeitung „Die Zeit“ geht es mutmaßlich um mehr als die auch von der GdP unterstützten Präventionsbesuche zur Bekämpfung von Messergewalt durch den Bezirksdienst. Reul wird zitiert mit den Worten: „Die Bewohner müssen kapieren: Hier gilt das Gewaltmonopol des deutschen Staates. Auch Kleinigkeiten müssen geahndet werden.“ 

Aus Sicht der GdP entsteht hier der Eindruck, dass die Politik der Polizei einmal mehr eine weitere Aufgabe zuweisen will – und das ausgerechnet nach einem Wochenende mit Demos und Ausschreitungen, das jedem vor Augen geführt haben sollte, wie stark die Polizei in NRW bereits belastet ist. Patrick Schlüter stellt klar: „Entscheidend ist, dass neue Maßnahmen einen tatsächlichen Sicherheitsgewinn bringen, klar geregelt sind und nicht zu weiteren Belastungen unserer Kolleginnen und Kollegen führen. Denn zusätzliche Aufgaben brauchen auch zusätzliche Ressourcen.“

Ebenfalls irritierend ist, dass der Minister in dem Interview mit der „Zeit“ erklärt, dass bestimmte ältere Polizisten länger im Dienst bleiben sollen. Begründet wird das damit, dass junge Polizisten durch den Dienst in sozialen Brennpunkten, in denen viele Ausländer leben, überfordert würden. „Die Alten sollen auf die Jungen aufpassen“, wird Herbert Reul zitiert.

Die GdP hält dazu fest: Der vom Ministerium aufgestellte Polizei-Stellenplan sieht für 2027 überhaupt keine Kompensationsstellen vor, um Lebensarbeitszeitverlängerung möglich zu machen – und zwar erstmals nicht! Unsere Gewerkschaft kritisiert das scharf. Wichtig ist Patrick Schlüter auch die Feststellung: „Viele junge Kolleginnen und Kollegen leisten in Brennpunkten hochprofessionell ihren Dienst. Unterstützung ist immer gut – Aufpasser aber sind nicht nötig.“