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28.06.2026

Für die Zukunft zurück in die Vergangenheit – Eine Reise, die Spuren hinterlässt

„Nie wieder“ ist mehr als Erinnerung – Eine Reise im Zeichen von Demokratie und Menschenwürde

Ein Bericht von Ringo Drews, FHöVPR M-V

Vom 05.05. bis zum 09.05. ging es für mich mit Kolleginnen und Kollegen vom Landesbezirk M-V und Bezirk Bundespolizei/Zoll auf eine Reise an Orte, die Geschichte nicht nur erzählen, sondern sie fühlbar machen.

Bereits in Krakau wurde mir bewusst, wie eng Erinnerung, Geschichte und Gegenwart miteinander verbunden sind. Besonders der Besuch des ehemaligen jüdischen Viertels sowie des Ortes, an dem sich einst das Ghetto befand, hat mich nachdenklich gemacht. Vieles, was ich bislang nur aus Büchern, Berichten oder Dokumentationen kannte, wurde (un-)vorstellbar. Doch nichts war mit dem zu vergleichen, was ich in Oświęcim – besser bekannt als Auschwitz – empfunden habe.

Selbst an diesen Orten – den Konzentrationslagern Auschwitz-Stammlager und Auschwitz-Birkenau – zu stehen, die Baracken zu betreten, die Gleise zu sehen und diese bedrückende Stille wahrzunehmen, verändert den Blick auf die Geschichte vollkommen. Für mich war es kaum zu begreifen, welch unfassbares Leid Menschen anderen Menschen angetan haben.

Besonders erschütternd war die Erkenntnis, mit welcher Systematik und Kälte dort Millionen Menschen entrechtet, gequält und ermordet wurden. Vor den persönlichen Gegenständen der Opfer zu stehen – Schuhe, Koffer oder Kinderkleidung – hat mich tief bewegt. Plötzlich sind es nicht mehr nur historische Zahlen, sondern einzelne Schicksale und menschliche Leben.

Mir wurde einmal mehr bewusst, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist. Denn Geschichte beginnt nicht erst mit Gewalt und Vernichtung. Sie beginnt dort, wo Menschen ausgegrenzt, entmenschlicht und demokratische Werte infrage gestellt werden.

Gerade heute, in einer Zeit, in der extremistische und demokratiefeindliche Strömungen wieder an Einfluss gewinnen, darf das Geschehene niemals in Vergessenheit geraten. Für mich persönlich wurde noch einmal deutlich, welchen hohen Wert Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde haben – und wie zerbrechlich diese Werte sein können.

Gerade deshalb stehen auch wir als Gewerkschaft der Polizei für diese Grundsätze ein. Die Geschichte mahnt uns, niemals wegzusehen und niemals zuzulassen, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Überzeugung ausgegrenzt, entrechtet oder ihrer Würde beraubt werden.

Viele Eindrücke werden mich noch lange begleiten. Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass Menschen Haltung zeigen und sich für sie einsetzen.

Denn „Nie wieder“ darf nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit sein. Es muss ein Auftrag für unsere Zukunft bleiben.

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