16.06.2026
Adieu, Wühlmaus
Nach kontroversem Beitrag: GdP MV beendet das Format „Wühlmaus“
Über viele Jahre hat die „Wühlmaus“ einzelne Themen aufgegriffen, die in der Polizei Mecklenburg-Vorpommern bewegt haben. Sie war ein kleines, besonderes Format innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit der GdP Mecklenburg-Vorpommern – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie war nie die Kommunikation der GdP Mecklenburg-Vorpommern insgesamt, sondern ein begrenzter Raum für zugespitzte, kritische und mitunter satirische Betrachtungen.
Öffentlich nachweisbar begleitet uns die „Wühlmaus“ schon zwei Jahrzehnte. Die „Wühlmaus“ war nie Selbstzweck. Sie sollte hinsehen, ansprechen und Themen sichtbar machen, die Kolleginnen und Kollegen bewegt haben.
Die Kommunikation der GdP Mecklenburg-Vorpommern war und ist jedoch deutlich breiter. Sie besteht aus Gesprächen mit Mitgliedern, Personalvertretungen, Führungskräften, Behördenleitungen, Politik und Öffentlichkeit. Sie besteht aus sachlicher Interessenvertretung, klarer Kritik, konstruktiven Vorschlägen und dem täglichen Einsatz für die Kolleginnen und Kollegen.
Gerade in Zeiten unterschiedlicher Sichtweisen und nach den jüngsten Irritationen ist es wichtig, Brücken zu bauen und den Dialog fortzuführen. Unser Anspruch bleibt es, die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen engagiert zu vertreten und dabei auf einen respektvollen und vertrauensvollen Austausch mit allen Beteiligten zu setzen. Denn nachhaltige Veränderungen entstehen dort, wo Kritik, Verständnis und die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln zusammenkommen.
Gleichzeitig braucht Kritik Haltung. Sie braucht Sachlichkeit, Verantwortung und das Ziel, Lösungen möglich zu machen. Diesen Anspruch verfolge ich und richte unsere Kommunikationswege konsequent daran aus: klar in der Sache, respektvoll im Ton und verbindlich im Ziel.
Anlass für diese Entscheidung ist auch der zuletzt veröffentlichte Beitrag der “Wühlmaus”. Er hat Wirkung entfaltet, die so nicht Ziel unserer gewerkschaftlichen Kommunikation sein darf. Wenn durch unsere Worte Vertrauen belastet wird, müssen wir das ernst nehmen.
Wir stehen für eine Fehlerkultur, die wir nicht nur von anderen erwarten, sondern auch selbst vorleben. Dazu gehört, Verantwortung zu übernehmen, innezuhalten und aus einer Situation Konsequenzen zu ziehen.
Deshalb ist jetzt der Zeitpunkt, die „Wühlmaus“ zu verabschieden.
Die GdP Mecklenburg-Vorpommern steht an der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir sind für unsere Polizei und für die Menschen, die täglich Verantwortung übernehmen da.
Gerade deshalb bleiben wir kritisch – aber sachlich, konstruktiv und dialogfähig.
Adieu, Wühlmaus. Danke für viele Jahre kritischen Blick auf das, was uns bewegt hat.
Kristin Frosch
Landesvorsitzende
