28.05.2026
Neue Polizeistation am Marienplatz: Richtiger Schritt – Personalfrage bleibt entscheidend
Neue Polizeistation am Marienplatz: Mehr Präsenz braucht mehr Personal
Mit der Eröffnung der neuen Polizeistation am Schweriner Marienplatz wird ein seit Jahren bekannter Kriminalitätsschwerpunkt stärker in den Blick genommen. Eine feste polizeiliche Präsenz vor Ort ist deshalb grundsätzlich nachvollziehbar und folgerichtig. Die neue Station ersetzt die bisherige Containerlösung und verbessert damit auch die Arbeitsbedingungen der eingesetzten Kolleginnen und Kollegen.
„Eine reine Umverteilung vorhandener Kräfte ist keine Lösung. Wer an einem Kriminalitätsschwerpunkt dauerhaft sichtbare Polizei will, muss dafür auch die personellen Voraussetzungen schaffen“, erklärt die Landesvorsitzende Kristin Frosch.
Den Kräften der Bereitschaftspolizei und des Polizeihauptreviers Schwerin gilt ausdrücklicher Dank. Sie haben bisher unter schwierigen Rahmenbedingungen Präsenz gezeigt und den Dienst vor Ort getragen.
Gleichzeitig erhält die GdP deutliche Rückmeldungen aus dem Polizeihauptrevier Schwerin: Viele Kolleginnen und Kollegen sehen den Stationsdienst kritisch, wenn er zulasten der bestehenden Schichten und des Streifeneinzeldienstes organisiert werden muss. Eine neue Anlaufstelle darf nicht dazu führen, dass an anderer Stelle Einsatzfähigkeit verloren geht.
Dieses Problem zeigt sich nicht nur in Schwerin. Im gesamten Land erleben wir, dass Polizeistationen häufig nicht mit zusätzlichem Personal hinterlegt werden. Wenn neue oder bestehende Stationen aus vorhandenen Kräften besetzt werden müssen, verschiebt sich die Belastung lediglich. Das schwächt die Präsenz in der Fläche und erhöht den Druck auf die Kolleginnen und Kollegen in den Revieren.
Die Forderung richtet sich deshalb klar an das Innenministerium: Wer sichtbare, bürgernahe Polizei in der Fläche und an Kriminalitätsschwerpunkten will, muss die personelle Grundlage dafür schaffen. Polizeiliche Präsenz darf nicht nur organisatorisch verteilt, sondern muss personell abgesichert werden.
Die Führungskräfte vor Ort stehen vor der kaum lösbaren Aufgabe, die knappen Kräfte so einzusetzen, dass Bedarf, Einsatzlage und vorhandene Ressourcen verantwortungsvoll miteinander in Einklang gebracht werden. Ohne zusätzliches Personal bleibt ihnen häufig nur Mangelverwaltung. Dafür brauchen sie Rückhalt und Unterstützung – und vor allem klare personelle Rahmenbedingungen durch das Innenministerium.
Die in den Medien geäußerte Kritik an den eingeschränkten Öffnungszeiten im Bezug auf die Verfügbarkeit des Anzeigendienstes, sollte dabei ernst genommen und nach der Eröffnung anhand der tatsächlichen Nutzung und Lageentwicklung gemeinsam mit der Landeshauptstadt Schwerin bewertet werden. Die Polizeipräsenz ist über die Öffnungszeiten hinaus dauerhaft gesichert. (Änderung mit Stand 15.00 Uhr)
Die neue Polizeistation am Marienplatz ist ein richtiger Schritt. Damit sie dauerhaft Wirkung entfalten kann, braucht sie mehr als Räume: Sie braucht Menschen.
