12.04.2026
Vollkatastrophe beim Schießtraining
GdP MV fordert sofortiges Handeln von der Landesregierung
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern schlägt Alarm: Der Zustand des Schieß-trainings für die Polizeibeamtinnen und -beamten im Land ist laut Landesvorsitzendem Christian Schu-macher unhaltbar. Immer mehr Kollegen berichten von massiven Defiziten bei der Schießausbildung.
Die Sicherheit der Beamten und der Bevölkerung stehe auf dem Spiel.
„Die Bevölkerung erwartet zu Recht, dass diejenigen, die eine Waffe tragen, damit auch sicher umgehen können. Das ist aktuell nicht durchweg gewährleistet“, so Christian Schumacher. „Wenn es zum Schuss-waffeneinsatz kommt, wird die Frage nach dem persönlichen Schießtraining sofort durch die Ermittlungsbe-hörden gestellt werden. Jeder weiß, ohne regelmäßiges Training werden sich die Kolleginnen und Kollegen noch stärker in ihrem Handeln hinterfragen lassen müssen."
Die Faktenlage ist besorgniserregend. Aufgrund fehlender Schießanlagen, mangelnder Zeitkapazität und sogar fehlender Dienstfahrzeuge für die Anreise zu den wenigen Standorten können viele Polizisten ihre Pflichtübungen nicht absolvieren.
Erschreckende Zahlen: Pflichtübungen nur auf dem Papier?
Während das Innenministerium die Situation relativiert, sprechen die Zahlen in einer kleinen Landtagsan-frage eine andere Sprache. In einigen Bereichen liegt die Quote der absolvierten Schießübungen bei gera-de einmal 20 Prozent. Selbst im operativen Außendienst gibt es Dienststellen, die weit von der 100-Pro-zent-Marke entfernt sind. Einzelfälle berichten sogar davon, seit vier Jahren kein Training mehr absolviert zu haben.
Kein „Plan B“ – GdP fordert Machtwort der Ministerpräsidentin
Schumacher weiter: "Die Zeiten sind vorbei, in denen die Bundeswehr oder der Schützenverein darauf gewartet haben, dass die Polizei ihren Schießplatz nutzt."
Die bisherigen Ausweichmöglichkeiten auf Anlagen der Bundeswehr oder privater Schützenvereine fallen zunehmend weg. Eigene Liegenschaften wie in Anklam sind veraltet oder - wie in Rostock - durch Umbau-maßnahmen blockiert. Die Antwort des Innenministeriums – man habe Pläne, aber kein Geld – lässt die GdP nicht gelten.
Die Forderungen der GdP MV sind klar:
- umgehender Ausbau und Modernisierung landeseigener Schießanlagen
- Jede Beamtin und jeder Beamte muss das Recht und die Pflicht haben, die gesetzlich vorge-schriebenen Übungen ohne organisatorische Hürden zu absolvieren.
- Wir fordern Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf, das Thema Sicherheit zur Priorität zu machen.
„Wir können es nicht verantworten, dass unsere Kolleginnen und Kollegen im Ernstfall zum Sündenbock für politisches Versagen und chronische Unterfinanzierung gemacht werden“, betont Schumacher abschlie-ßend.
