10.03.2026
GdP MV zur Unfallbilanz 2025
„Statistiken allein retten keine Leben – Wir brauchen Blaulicht auf der Straße und keine PR-Appelle!“
Die von Innenminister Christian Pegel präsentierte Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 ist aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern ein alarmierendes Dokument der Überlastung der Polizei. Ein Anstieg der Personenschäden um fast sechs Prozent und die dramatische Verdopplung der Todesfälle bei Fußgängern sind harte Fakten, die sich nicht schönreden lassen.
Christian Schumacher, Landesvorsitzender der GdP MV, kritisiert die aktuelle Lage scharf: „Fakt ist: Kompromisse in der Verkehrsüberwachung enden tödlich. Um aber Verkehrsunfälle durch mehr Verkehrskontrollen zu verhindern, braucht es keine betroffenen Worte eines Ministers, sondern einen Fokus auf kernpolizeiliche Aufgaben und ausreichend Personal dafür!“
Besonders der Zuwachs bei den unter 18-jährigen Verursachern (+14,4 %) und die Opferzahlen bei Fußgängern entsetzen die Gewerkschaft.
Schumacher: „Dass wir 2025 mit 18 toten Fußgängern mehr als doppelt so viele zu beklagen haben wie im Vorjahr, ist ein Schlag ins Gesicht der Verkehrssicherheitsarbeit. Wenn die Zahlen bei Jugendlichen so massiv nach oben schnellen, zeigt das: Unsere Präventionskonzepte erreichen die Menschen nicht mehr. Prävention ist keine freiwillige Leistung, die man nach Kassenlage kürzen darf. Wir brauchen eine personelle Offensive in der Verkehrserziehung, statt zuzusehen, wie die Unfallzahlen explodieren.“
Dass 13,8 % der Getöteten nicht angeschnallt waren und die Unfallfluchten mit Verletzten um 7 % zunahmen, sieht Schumacher als Symptom einer tieferen Krise.
Schumacher: „Unsere Reviere pfeifen personell aus dem letzten Loch. Die Verkehrsüberwachung ist in vielen Bereichen zum ‚Abfallprodukt‘ des täglichen Dienstes verkommen, weil wir die Löcher im Streifeneinsatzdienst stopfen müssen.. Wer das Gefühl hat, dass ohnehin keine Streife um die Ecke kommt, wird leichtsinnig. Der Minister ist ‚fassungslos‘ über Gurtmuffel? Ich bin fassungslos darüber, dass man glaubt, man könne Verkehrssicherheit zum Nulltarif und ohne sichtbare Präsenz garantieren.“
Um diese besorgniserregende Entwicklung zu stoppen, fordert die GdP MV eine sofortige personelle Stärkung der Verkehrsüberwachung sowie ein Ende der Personalabzüge aus den spezialisierten Diensten. Flankierend dazu ist eine flächendeckende Ausstattung der Landespolizei mit modernster Verkehrsmesstechnik zwingend erforderlich, um den Kontrolldruck trotz der angespannten Personallage aufrechtzuerhalten.
Christian Schumacher abschließend: „Minister Pegel sagt, Sicherheit entstehe im Kopf. Das ist richtig. Aber damit sie dort ankommt, braucht es den regelmäßigen Anblick eines Streifenwagens im Rückspiegel. Die ‚Vision Zero‘ bleibt eine reine Vision, wenn wir nicht endlich massiv in das Personal der Landespolizei investieren!“
