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22.01.2026

„Mit oder ohne Vorpommern?“ – Ein Bild, das mehr sagt als beabsichtigt

Ein Bild, ein falsches Signal: Vorpommern ist kein optionaler Zusatz. Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur im Ganzen.

Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte – leider nicht immer das Richtige. Mit dem Motiv „Mit oder ohne Vorpommern?“ wirbt das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern für das Jahr 2026 und setzt dabei auf augenzwinkernden Humor. Doch genau dieser Humor ist es, der irritiert und Fragen aufwirft.

Denn die Darstellung transportiert für mich eine problematische Botschaft: Mecklenburg erscheint als selbstverständlich, Vorpommern dagegen als optionaler Zusatz – als Beilage. Wer so etwas liest oder sieht, kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass Vorpommern im gemeinsamen Landesverständnis nicht als gleichwertiger Teil, sondern als verzichtbare Zugabe wahrgenommen wird. Beim Zahlen und Mittragen staatlicher Aufgaben hingegen ist Vorpommern selbstverständlich voll dabei.

Natürlich darf Verwaltung kommunizieren, darf auch Humor einsetzen. Aber Humor funktioniert nur dann, wenn er nicht auf Kosten anderer geht. In einem Bundesland, das aus zwei historisch und kulturell gewachsenen Landesteilen besteht, braucht es Fingerspitzengefühl. Gerade deshalb wirkt das Motiv politisch schal – selbst wenn es charmant gemeint sein mag.

In Zeiten, in denen immer wieder von Zusammenhalt, Identifikation und gleichwertigen Lebensverhältnissen die Rede ist, sendet eine solche Darstellung ein falsches Signal. Regionale Identität ist kein Gag, kein Marketinginstrument und kein „mit oder ohne“. Vorpommern ist Heimat, Lebens- und Arbeitsraum für viele Menschen – auch für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die tagtäglich Verantwortung für dieses Land tragen.

Wer Vertrauen, Verbundenheit und Loyalität erhalten will, sollte genau darauf achten, welche Bilder und Botschaften transportiert werden. Wertschätzung zeigt sich nicht nur in Haushaltszahlen oder Sonntagsreden, sondern auch in der Art, wie ein Land sich selbst darstellt.

Oder um es nüchtern und norddeutsch zusammenzufassen:

Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur als Ganzes.

Alles andere wirkt nicht humorvoll, sondern wie eine Mogelpackung.

Marco Bialecki

GdP Kreisgruppenvorsitzender Anklam

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