04.01.2026
Gewalt gegen Polizei in MV explodiert – Landesregierung schaut zu
Alarmierende Zahlen: Gewalt gegen Polizeibeamte in MV deutlich über Bundesdurchschnitt
Das aktuelle Bundeslagebild zu Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVB) ist für Mecklenburg-Vorpommern ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die tagtäglich für Sicherheit sorgen.
Während die Fallzahlen bundesweit nahezu
stagnieren (+0,3 Prozent), erlebt MV einen dramatischen Anstieg um 11,6 Prozent – von 1.052 Fällen im Jahr 2023 auf 1.174 Fälle im Jahr 2024.
Auch die sogenannte Häufigkeitszahl spricht eine deutliche Sprache: 74,4 Gewalttaten pro 100.000 Einwohner. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern nicht nur klar über dem Bundesdurchschnitt von 55,6 sondern reiht sich neben Berlin, Hamburg und Bremen unter die am stärksten belasteten Länder ein – und das als Flächenland.
„Das ist kein statistischer Ausreißer, das ist ein handfestes Alarmsignal“, erklärt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern, Christian Schumacher. „Wenn Gewalt gegen die Polizei hier zweistellig wächst, während sie bundesweit stagniert, dann läuft im Land etwas grundlegend schief.“
Besonders bitter: In MV wurden 882 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Gewalttaten gegen Polizeibeamtinnen und -beamte registriert. Gleichzeitig liegt das Land bei der Aufklärungsquote, etwa beim Landfriedensbruch, unter dem Bundesdurchschnitt.
„Mehr Gewalt, mehr Tatverdächtige, aber schlechtere Aufklärung – das ist eine gefährliche Mischung“, so Schumacher weiter. „Unsere Kolleginnen und Kollegen stehen immer öfter im Feuer, werden angegriffen, beleidigt, verletzt – und bekommen dafür zu wenig Rückendeckung aus Politik und Justiz.“
Die GdP MV kritisiert seit Jahren fehlende Konsequenz, unzureichende personelle Ausstattung und eine Politik, die Probleme lieber verwaltet als löst.
„Wer Respekt vor dem Rechtsstaat will, muss zuerst die schützen, die ihn durchsetzen“, stellt Schumacher klar. „Warme Worte nach Angriffen reichen nicht. Wir brauchen mehr Personal, bessere Ausstattung, klare politische Kante gegen Gewalt und spürbare Strafen für Täter. Alles andere ist Heuchelei.“
Die Gewerkschaft der Polizei Mecklenburg-Vorpommern fordert die Landesregierung auf, die Zahlen endlich ernst zu nehmen und unverzüglich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Polizei auf den Weg zu bringen.
Denn eines ist klar: Gewalt gegen die Polizei ist Gewalt gegen den Rechtsstaat – und die nimmt in Mecklenburg-Vorpommern alarmierend zu.
