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GdP Hessen

11.01.2026

Wachpolizei Hessen - unverzichtbar, vielfältig und zukunftsfähig

Die Wachpolizei ist ein wichtiger Bestandteil der hessischen Sicherheitsarchitektur. Seit ihrer Einführung hat sie sich nicht nur bewährt, sondern ihre Aufgabenvielfalt kontinuierlich erweitert und professionalisiert. Sie entlastet die Polizei vor Ort und stärkt Sicherheit und Vertrauen bei Bürgerinnen und Bürgern.

Aktuelle Diskussionen über eine sogenannte „Aufgabenschärfung“ drohen jedoch, die Tätigkeit der Wachpolizei auf ein enges Aufgabenfeld zu reduzieren. Erforderlich sind Dienstversammlungen, um die seit über zwei Jahren andauernden Überlegungen und letztlich Entscheidungen den Betroffenen vorzustellen. Eine Beteiligung der Personalvertretungen ist überdies schnellstmöglich im Januar 2026 einzuleiten. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert Transparenz und Augenmaß, ein bloßes vollziehen von Maßnahmen lehnen wir ab. Vielfalt in der Wachpolizei ist kein Luxus - sie ist Realität

Die Aufgaben der Wachpolizei gehen weit über die reinen Kernfelder Objektschutz, Gewahrsamsdienst oder Transportaufgaben hinaus. Kolleginnen und Kollegen sind täglich in vielseitigen Bereichen aktiv:

  • Verkehrsüberwachung und Präsenzstreifen
  • Präsenz durch Raumschutzmaßnahmen
  • Unterstützung im Alltagsdienst der Polizei
  • Präsenz bei Veranstaltungen und im kommunikativen Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern
  • Vereinheitlichung der Eingruppierung in EG 9a
     

Diese Tätigkeiten tragen zu einer sichtbaren, bürgernahen und deeskalierenden Sicherheitsarbeit bei. Vielfalt im Einsatzfeld ist nicht nur abwechslungsreich und motivierend - sie erhöht auch die Akzeptanz gegenüber der Polizei und macht den Dienst für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv.

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Jens Mohrherr, Landesvorsitzender der GdP Hessen GdP Hessen

Mitbestimmung statt Entscheidungen über Köpfe hinweg

Ein besonders kritischer Punkt ist die Art und Weise, wie die geplante Neuordnung der Aufgaben beschlossen und veröffentlicht wurde. Was fehlt ist die umfängliche und damit zeitnahe Darlegung der Entscheidungsprozesse, die zu einem Ergebnis in der Behördenleiterrunde im Dezember 2025 geführt hat.

Im Januar einberufene Informationsveranstaltungen in den Polizeipräsidien sollen sich im Nachgang anschließen. Das sorgt für Unruhe und lässt Transparenz vermissen.

Mitbestimmung ist nicht nur ein formaler Anspruch - sie ist gelebte Realität für gute Personal- und Organisationsentwicklung.

Stärkung durch den Landesfachausschuss Wachpolizei

Ein klares Gegengewicht zur einseitigen Debatte bildet die Gründung des Landesfachausschusses (LFA) Wachpolizei GdP-Hessen am 7. März 2025. Kolleginnen und Kollegen aus allen sieben Flächenpräsidien sowie dem Hessischen Polizeipräsidium für Einsatz kamen zusammen, um Ziele, Problemfelder und strategische Schwerpunkte zu definieren.

Der LFA zeigt, wo der Schuh wirklich drückt:

  • Arbeitsbedingungen verbessern - realistische Einsatzplanung, moderne Arbeitszeitmodelle, gute Ausstattung
  • Fort- und Weiterbildung stärken - Qualifizierungsangebote, die zur tatsächlichen Praxis passen
  • Austausch und Vernetzung forcieren - landesweit einheitliche Standards statt zufälliger Regelungen
  • Tarifliche Absicherung und faire Eingruppierung - gleiche Wertschätzung für alle
  • Altersgerechte Lösungen entwickeln - insbesondere für Kolleginnen und Kollegen, die dauerhaftem Schichtdienst nicht mehr gewachsen sind

 

Diese Themen spiegeln die Erfahrungen und Erwartungen der Wachpolizeidienststellen wider und zeigen: Die Wachpolizei verlangt nach Perspektiven und Entwicklung - nicht nach einer engen Definition von Kernaufgaben.

Attraktivität sichern - Bewerberinnen und Bewerber gewinnen

Ein weiterer Punkt, der im LFA klar benannt wurde: Die Attraktivität des Berufsbildes Wachpolizei ist bedroht. Trotz gesenkter Zugangsvoraussetzungen und steigender Nachfrage nach sicherheitsorientierten Tätigkeiten fehlt es an Bewerberinnen und Bewerbern. Gründe sind unter anderem:

  • fehlende tarifliche Zulagen
  • mangelnde Mitbestimmung bei Versetzungen oder Einsatzbereichen
  • begrenzte Perspektiven im Vergleich zu anderen sicherheitsrelevanten Berufen

 

Nicht zuletzt führt dies  zu Abwanderungen in Ordnungsämter, kommunale Polizeien oder andere Bereiche – ein Zustand, der für Hessen als Arbeitgeber nicht tragbar ist.

Unsere Forderung: Respekt, Perspektive, Mitbestimmung

Die GdP Hessen sagt klar:

✔️ Die Wachpolizei ist mehr als nur Objektschutz, Gewahrsam und Transporte.
✔️ Aufgabenvielfalt ist ein Gewinn – für Sicherheit, für Kolleginnen und Kollegen, für die Polizei.
✔️ Mitbestimmung und Personalvertretung gehören an den Verhandlungstisch – bevor Entscheidungen getroffen werden.

✔️ Tarifliche Anerkennung, einheitliche Standards und echte Entwicklungsperspektiven sind dringend nötig.

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Weitere Informationen

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Jens Mohrherr

Landesvorsitzender

Telefon 0151/29218934