16.08.2026
Arbeitszeit: Hamburg sollte sich mindestens so hanseatisch verhalten wie Bremen
Hamburg und Bremen vergleichen sich gerne. Beim Hafen, beim Fußball und gelegentlich auch bei der Frage, welche Hansestadt im Norden vorne liegt. Bei der geplanten 41-Stunden-Woche lohnt sich dieser Vergleich jetzt ganz besonders.
Die GdP Hamburg lehnt die Erhöhung der regelmäßigen Wochenarbeitszeit insgesamt ab. Sollte der Hamburger Senat dennoch daran festhalten, darf Hamburg beim Schutz besonders belasteter Beschäftigter aber nicht hinter Bremen zurückfallen.
Denn Bremen hat ebenfalls die 41-Stunden-Woche eingeführt – gleichzeitig aber Ausnahmen für besonders belastende Arbeitszeitmodelle geschaffen. Für bestimmte Formen von Wechsel- und Schichtdienst sowie Dienst zu wechselnden Zeiten bleibt es bei 40 Stunden. Dahinter steht ausdrücklich der Gesundheitsschutz.
Gerade bei der Polizei geht es dabei nicht nur um eine Stunde auf dem Papier. Schichtdienst bedeutet Nächte, Wochenenden und Feiertage. Er bedeutet, regelmäßig zu arbeiten, wenn Familie und Freunde frei haben. Geburtstage, Vereinsleben, gemeinsame Wochenenden oder Weihnachten richten sich nicht nach dem Dienstplan.
Dazu kommt die gesundheitliche Belastung von Nacht- und Schichtarbeit. „Schichtdienst findet statt, wenn das gesellschaftliche Leben für andere beginnt. Unsere Kolleginnen und Kollegen akzeptieren das, weil Polizei rund um die Uhr funktionieren muss. Aber genau deshalb darf Politik diese besondere Belastung nicht ignorieren und einfach noch eine Stunde drauflegen.“
Bremen hat die besondere Belastung des Schichtdienstes erkannt. Hamburg sollte das auch tun.
Hamburg begründet seine geplante Arbeitszeiterhöhung unter anderem mit dem Vergleich zu anderen Ländern – ausdrücklich auch mit Bremen. Für die GdP gehört dann aber auch die ganze Wahrheit auf den Tisch: Wer Bremen als Argument für 41 Stunden anführt, muss auch über die Bremer Ausnahmen sprechen.
Und einen besonderen Bezug zur Nachbarstadt gibt es im Hamburger Rathaus ohnehin: Erster Bürgermeister Peter Tschentscher ist gebürtiger Bremer.
„Unser Bürgermeister kennt beide Hansestädte bestens. Er weiß deshalb vermutlich
auch, dass wir Hamburger uns von Bremen nur ungern zeigen lassen, wie etwas besser
geht. Beim Schutz des Schichtdienstes sollte Hamburg mindestens gleichziehen.“
Die Forderung der GdP Hamburg bleibt eindeutig: Die 41-Stunden-Woche muss vom Tisch.
Sollte der Senat trotzdem daran festhalten, erwartet die GdP mindestens einen besonderen Schutz für die Kolleginnen und Kollegen, die Hamburg nachts, an Wochenenden und an Feiertagen sicher halten.
„Wir wollen keine 41-Stunden-Woche – für niemanden. Aber wenn der Senat schon nach Bremen schaut, dann bitte richtig. Bremen erkennt an, dass Schichtdienst eine besondere Belastung ist. Hamburg sollte sich mindestens genauso hanseatisch verhalten.“Lars Osburg, Landesvorsitzender der GdP Hamburg
