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23.07.2026

Neueinstellungen 2026: Erneut sinkende Bewerberzahlen bei der Polizei
Rinnert: „Wo bleiben die zusätzlichen Anreize für unseren Nachwuchs?“

Pressemitteilung

Im Hinblick auf die jährlichen Neueinstellungen bei der saarländischen Polizei zum 1. Oktober zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland im Anbetracht der abermals deutlich gesunkenen Anzahl an Bewerbungen ernüchtert. So haben sich in diesem Jahr erneut deutlich weniger Menschen bei der saarländischen Polizei beworben als in den Jahren zuvor (vgl. 2025: 773; 2024: 849).
Hierzu der GdP-Landesvorsitzende Andreas Rinnert: „Der Trend, dass sich Jahr für Jahr immer weniger Menschen bei der saarländischen Polizei bewerben, setzt sich leider fort. Das alles, obwohl die Einstellungsvoraussetzungen -Alter, Mindestkörpergröße, Schulbildung- über die Jahre deutlich vereinfacht wurden.“

Vor 15 Jahren lag die Bewerberzahl noch bei knapp 1.000; vor 20 Jahren kontinuierlich bei rund 1.500, bei zugleich nur halb so viel freien Stellen wie in diesem Jahr. Zugleich steigt auch der Konkurrenzdruck durch bspw. Bundesbehörden im Saarland wie den Zoll oder die Bundespolizei, die benachbarte Landespolizei von Rheinland-Pfalz, die erstarkende Bundeswehr und natürlich die freie Wirtschaft – sie alle greifen auf den identischen Pool an potentiellen Bewerbern zu, wie die saarländische Polizei.

Die GdP hatte diese Entwicklung über Jahre verfolgt und immer wieder darauf hingewiesen, dass beim „Kampf um die besten Köpfe“ die Attraktivität des Polizeiberufs im Saarland spürbar verbessert werden muss, um den polizeilichen Nachwuchs aus einem wesentlich größeren Bewerberpool auswählen zu können. Doch wo bleiben die zusätzlichen Anreize für unseren Nachwuchs?     

Andreas Rinnert: „Wir stellen leider fest, dass es bislang nicht gelungen ist, erkennbare Anreize zu schaffen. Im Gegenteil: die Hürden für angehende Polizisten im Saarland wurden über die Jahre an gleich mehreren Stellen sogar höher gesetzt als vorher. So müssen gleich mehrere „Qualifikationen“, die bis vor einigen Jahren während der Dienstzeit und auf Staatskosten zu erbringen waren, inzwischen von den Nachwuchskräften in der Freizeit und aus eigener Tasche bezahlt werden: Das Rettungsschwimmabzeichen, das Sportabzeichen und einen Nachweis über einen bestandenen „Tastschreibkurs“. All das ist alles andere als ein Anreiz!“.

Aus Sicht der GdP passt der Tastschreibkurs als Relikt aus Zeiten der Schreibmaschinen als polizeiliches Arbeitsmittel schon seit vielen Jahre nicht mehr in die heutige, digitalisierte Polizeilandschaft. Dienstliche Mobiltelefone, Touchscreen-Displays und eine Generation, die mit der Bedienung von Tastaturen in unterschiedlichen Formaten bereits im Kindergarten groß wird, bilden die aktuellen Rahmenbedingungen bei der saarländischen Polizei ab. Alle Polizeien in Bund und Land haben den technischen Fortschritt erkannt und die „Hürde“ Tastschreibkurs abgeschafft – außer das Saarland, das trotz jahrelanger Forderung und schlüssiger Argumentation der GdP weiterhin daran festhält.

Durch diese nunmehr privat zu erbringenden Nachweise entstehen den Berufseinsteigern noch während der Ausbildung Kosten im deutlich dreistelligen Bereich - bei einer Besoldung, die ohnehin bereits seit Jahren bundesweit die niedrigste ist.

© GdP Saarland
GdP Saarland

Rinnert: „Man muss mehr tun, als nur zusehen! Es müssen endlich spürbare Anreize geschaffen werden, anstatt die Entwicklung so hinzunehmen. Relikte aus Zeiten des schwarz-weiß-Fernsehens wie der „Tastschreibkurs“ müssen endlich abgeschafft werden! Qualifikationen, die von den Studierenden abverlangt werden, müssen wieder inklusive Leistungen des Dienstherrn sein, der die Kosten hierfür übernimmt, z.B. rückwirkend nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung. Gleiches gilt beim Thema Führerschein: Auch hier hatten wir bereits 2024 Innenminister Jost den Vorschlag unterbreitet, sich anteilig an den Kosten zu beteiligen. Im „Autoland Saarland“ eine gute Sache - die bereits bei mehreren anderen Polizeien im Kommen ist. Jeder muss verstehen: Von nichts kommt nichts – erst recht keine geeigneten Bewerber!“

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