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© tsuguliev/stock.adobe.com
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05.07.2026

DGB-Studie: Handlungsbedarf bei Polizei und öffentlichem Dienst
Ehringfeld: Arbeitsfähigkeit bis zur Rente sichern

Soziales

 Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich durch die aktuelle Auswertung des DGB-Index Gute Arbeit in ihrer langjährigen Kritik an den Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst bestätigt. Demnach können sich 40 Prozent der Beschäftigten nicht vorstellen, unter den derzeitigen Bedingungen bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten zu können. Lediglich 53 Prozent gehen davon aus, ihre Tätigkeit bis zur Rente uneingeschränkt ausüben zu können.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende Christian Ehringfeld erklärt: „Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für Politik und Arbeitgeber. Wer von Beschäftigten längere Lebensarbeitszeiten erwartet, muss ihnen auch Arbeitsbedingungen bieten, die sie bis zur Rente gesund halten.Für Polizeibeschäftigte gehören hohe Arbeitsbelastung, Schichtdienste, Zeitdruck, Überstunden und psychische Belastungen vielerorts zum Alltag. Das gilt für Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte ebenso wie für die Tarifbeschäftigten in den Polizeibehörden.“ 

Die Studie zeigt, dass insbesondere körperliche Belastungen, Zeitdruck, Lärm, lange Arbeitszeiten und fehlende Gesundheitsförderung die Chancen deutlich verringern, bis zum Renteneintritt arbeitsfähig zu bleiben.

 

Die GdP fordert daher mehr Personal, eine konsequente Gesundheitsförderung, verlässliche Arbeitszeiten sowie eine Stärkung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in allen Polizeibehörden. „Innere Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Wer eine leistungsfähige Polizei will, muss dafür sorgen, dass die Menschen im Polizeidienst gesund und motiviert bis zum Ende ihres Berufslebens arbeiten können. Bund und Länder stehen hier in der Verantwortung“, so Ehringfeld.

Die GdP fordert die Verantwortlichen auf, die Ergebnisse der DGB-Studie zum Anlass zu nehmen, die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten im Polizeidienst nachhaltig zu verbessern. Grundlage dafür müssen ausreichende Personalstärken, moderne Arbeitsplätze und wirksame Maßnahmen zur Gesundheitsprävention sein.

Für die GdP sind die Konsequenzen aus der DGB-Studie eindeutig. Deshalb fordert die Gewerkschaft der Polizei:

  • Mehr Personal, um Überstunden, hohe Arbeitsverdichtung und ständige Zusatzbelastungen zu reduzieren. Die Studie zeigt, dass Zeitdruck und hohe Arbeitsintensität die Erwartung, bis zur Rente arbeitsfähig zu bleiben, deutlich verschlechtern.
  • Gesündere Arbeitszeiten mit verlässlichen Dienstplänen, ausreichenden Ruhezeiten und weniger Langzeitbelastungen durch Schicht- und Wechseldienst. Lange Arbeitszeiten wirken sich negativ auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente aus.
  • Ausbau des Gesundheitsmanagements in Polizeibehörden, einschließlich Präventionsangeboten, Gesundheitschecks, psychologischer Betreuung und Rehabilitationsmaßnahmen. Die Studie belegt den positiven Einfluss betrieblicher Gesundheitsförderung. 
  • Besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz, insbesondere gegen körperliche Belastungen, Lärm und psychische Beanspruchungen. Diese Faktoren gehören laut Untersuchung zu den stärksten Gründen für eine sinkende Arbeitsfähigkeit.
  • Mehr Handlungsspielräume für Beschäftigte, etwa bei Dienstplanung, Arbeitsorganisation und Aufgabenwahrnehmung. Beschäftigte mit größerer Autonomie trauen sich deutlich häufiger zu, bis zur Rente im Beruf zu bleiben.
    Stärkung der Tarifbeschäftigten im Polizeidienst, damit auch Verwaltungs-, IT-, Leitstellen- und Servicebereiche personell ausreichend ausgestattet und Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte entlastet werden.


„Wer längere Lebensarbeitszeiten erwartet, muss endlich in gesunde Arbeitsbedingungen investieren.

Die Polizei benötigt mehr Personal, bessere Dienstzeiten, wirksame Gesundheitsförderung und moderne Arbeitsplätze.

Nur so können Polizeibeschäftigte und Angestellte im Polizeidienst ihren Beruf gesund bis zur Rente ausüben“, unterstreicht Ehringfeld. 

Zur DGB-Studie: „Durchhalten bis zur Rente? Eine Frage der Arbeitsbedingungen.“

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„Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für Politik und Arbeitgeber. Wer von Beschäftigten längere Lebensarbeitszeiten erwartet, muss ihnen auch Arbeitsbedingungen bieten, die sie bis zur Rente gesund halten.“
Christian Ehringfeld, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender